Der Einfluss der Eltern ist entscheidend!

Der Berger des Pyrenees will dazugehören, benötigt die sozialen Kontakte beinahe mehr als das Futter. Auch wenn der Pyrenäen-Hütehund ein Hund ist, der spielerisch rasch lernt, so bildet er doch wie die meisten Hütehunde eine starke Persönlichkeit aus, die eine konsequente Erziehung bereits im Welpenalter erfordert. Auch und gerade wenn sein lustig-verschmitzter Ausdruck den Besitzer oft zur Nachsicht verleiten mag. Seine sprichwörtliche Schlagfertigkeit kann bewirken, die manchmal humorvoll anmutenden Reaktionen auf die Gefühlslage seines Besitzers antropromorph (vermenschlichend) zu deuten, letztlich sind sie jedoch „nur“ das Ergebnis seiner enormen Sensibiltät – er ist ein Emotions-Seismograph, der sich kaum zwingen lässt. Dies führt dazu, dass beim Berger des Pyrénées die nachhaltigsten Erziehungserfolge über positive Reize zu erzielen sind. Es ist immer leichter, will man bestimmte Handlungsweisen unterbinden, seinen Tatendrang in andere Bahnen zu lenken.

Die soziale Beziehung, die unsere Rasse gerade zu Kindern aufbaut, ist besonders eng. Die große Bewegungsfreude, die Unternehmungslust verbunden mit enormer Hingabe kommt den Bedürfnissen von Kindern besonders entgegen. Dabei ist einleuchtend, dass sehr kleine Kinder durchaus Probleme im Umgang mit der schnellen Reaktionsfähigkeit und der hohen Geschwindigkeit der Hunde haben. Kinder im Alter über drei Jahre haben in diesem Punkt bedeutend weniger Schwierigkeiten.
Unabhängig vom Alter des Kindes fällt den Eltern aber eine große Verantwortung zu, ihr Kind auf den Umgang mit dem Hund vorzubereiten. Bei einer Hütehundrasse wird es kaum einem Kind gelingen, die erforderliche Autorität aufzubringen, den Hund wirklich zu kontrollieren. An diese Aufgabe lässt sich am ehesten noch ein über zehn- bis zwölfjähriges Kind heranführen, das bereits Erfahrung im Umgang mit Hunden sammeln konnte. Die evtl. vorhandene Absicht, ein Kind mit der Betreuung und Erziehung eines Hundes allein zu betrauen, ist nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern in hohem Maße verantwortungslos.

Der enorme Gewinn an Lebensqualität im Familienleben, den Pyrenäen-Hütehunde bedeuten können, ist also in erster Linie abhängig vom Verständnis und der Verantwortung der Eltern. Neben der Erziehung des Kindes kommt mit dem Welpen die des Hundes hinzu. Darüber hinaus müssen die Kinder auf den Umgang mit dem Hund vorbereitet und danach kontinuierlich angeleitet werden. Auch die Versorgung des Hundes sollte für das Kind keine lästige Pflicht sein, sondern ist Aufgabe des Erwachsenen. Werden diese Voraussetzungen sichergestellt, ist der Pyrenäen-Hütehund ein verlässlicher Partner in der Familie und ein „Kumpel“, der ohne Bedingungen seine Zuneigung auf eine einzigartige Weise deutlich zu machen versteht.